Agrotourismus-Aktivitäten - wie werden sie besteuert?

Dienstleistungssteuer

Agrotouristische Tätigkeiten unterliegen wie andere Arten von Wirtschaftstätigkeiten grundsätzlich der Besteuerung. In bestimmten Situationen kann es jedoch von der Einkommensteuer befreit sein.

Einnahmen aus agrotouristischen Aktivitäten sind Einnahmen aus wirtschaftlichen Aktivitäten. Steuerzahler, die Agrotourismusbetriebe betreiben, können zwischen vier Besteuerungsformen wählen:

  1. allgemeine Regeln und zahlen Steuern nach dem progressiven Steuertarif,

  2. eine Pauschalsteuer von 19 Prozent unabhängig von der Höhe des erzielten Einkommens,

  3. pauschale Einkommensteuer auf erfasste Einnahmen – der Steuersatz variiert je nach Art der erbrachten Leistung und beträgt beispielsweise 17 Prozent. Erlöse aus der Erbringung kurzfristiger Beherbergungsleistungen 3 Prozent. Einnahmen aus gastronomischen Aktivitäten (Versorgung von Urlaubern),

  4. Steuerkarte - Die Höhe der Steuer wird von der Steuerbehörde festgelegt - und ihre Höhe hängt von der Einwohnerzahl der Gemeinde, in der sich der Agrotourismus befindet, und der Zahl der Beschäftigten ab.

Im Katalog der von der Einkommensteuer befreiten Tätigkeiten in Art. 21 PIT-Gesetz gibt es unter anderem Zimmervermietung Dienstleistungen. Nach Art. 21 Sek. 1 Nr. 43 PIT-Gesetz sind die Einkünfte agrotouristischer Betriebe aus der Vermietung von Gästezimmern von der Besteuerung befreit. Die Befreiung wird gewährt, wenn die Miete in ländlich gelegenen Wohngebäuden auf einem Bauernhof durchgeführt wird. Personen, die Zimmer mieten, müssen darin bleiben, um sich auszuruhen. Die Anzahl der angemieteten Zimmer darf 5 nicht überschreiten. Die Anzahl der Gäste spielt dabei keine Rolle.

Wie Sie sehen, ist für die Beurteilung, ob die Einkünfte aus dieser Vermietung von der Steuerbefreiung nach oben genannter Vorschrift profitieren, nicht nur wichtig, ob sich die Gebäude in einer ländlichen Gegend befinden und Gegenstand der Dienstleistung ist die Vermietung von Gästezimmern an Urlauber. Dies sind nur einzelne Bedingungen für die Freigabe, aber nicht die einzigen. Wichtig ist auch die Lage des Gebäudes im Grünen auf dem Hof ​​und die Anzahl der Zimmer, die 5 nicht überschreiten darf.

Sonstige Dienstleistungen und Befreiung

Von der Steuer befreit sind nur Einkünfte aus der Vermietung von Gästezimmern und aus der Bewirtung der Gäste. Dies bedeutet, dass die Befreiung nicht für andere Dienstleistungen des Unternehmens genutzt werden kann, das agrotouristische Aktivitäten zugunsten der Gäste durchführt. Daher wird die Befreiung beispielsweise nicht von den Diensten der Organisation von Ausflügen in die Umgebung, Ausritten und anderen Freizeitdienstleistungen dieser Art in Anspruch genommen. Dies wird auch vom Finanzamt bestätigt. In seinem Beschluss vom 15. Februar 2005, Nr. PB / 415-3/05, erklärte der Leiter des Finanzamtes in Koło:

"(...) Unter Berücksichtigung des Vorstehenden ist die Preiskalkulation der sog. Die Agrotourismus-Dienstleistung sollte das Entgelt für die Vermietung von Gästezimmern an Feriengäste und für die Verpflegung von Personen, für die diese Zimmer vermietet wurden (Einkommensteuerfrei), von Entgelten für sonstige Freizeitleistungen (Einkommensteuerpflichtiges Einkommen) klar trennen.

Im vorliegenden Fall steht der Steuerbefreiung von Einkünften aus der Vermietung von Gästezimmern und Verpflegung nichts entgegen, während die Einkünfte aus Freizeitleistungen der Einkommensteuer unterliegen (...)“.

Die erbrachten Mietleistungen dürfen nicht mehr als 5 Zimmer in Wohngebäuden betreffen. Wenn der Mietgegenstand ganze Häuser und nicht Räume sind, gilt die Befreiung daher nicht. Es kann nicht genutzt werden, wenn die Anzahl der angemieteten Zimmer 5 überschreitet. Dies wird vom Finanzamt bestätigt. In der Einzelentscheidung vom 22. April 2010, Nr. IBPBII / 2 / 415-107 / 10 / HS, erklärte der Direktor der Steuerkammer in Katowice:

„(...) Der Antragsteller hat im Antrag nicht angegeben, ob auf dem Hof ​​Zimmer vermietet wurden, während aus dem Antrag hervorgeht, dass die Gesamtzahl der vermieteten Räume in beiden Gebäuden 5 überschreiten wird.

Vor diesem Hintergrund ist zu berücksichtigen, dass mindestens eine der in Art. 21 Sek. 1 Ziff. 43 des Gesetzes, da die Gesamtzahl der vermieteten Zimmer 5 überschreiten wird. Die Vermietung von 5 Zimmern im bestehenden Gebäude ist daher nicht von der Einkommensteuerbesteuerung nach Art. 21 Sek. 1 Nr. 43 des Einkommensteuergesetzes wegen Überschreitung der Anzahl der gemeinsam vermieteten Zimmer im Bestandsgebäude und in einem künftig errichteten Gebäude (kleine Pension) (...)“.

Agrotourismus und andere Aktivitäten

Die Vorschriften enthalten keine Beschränkungen für die Ausübung anderer Wirtschaftstätigkeiten, jedoch können solche Dienstleistungen nicht von der Befreiung profitieren.

Zweifel in dieser Angelegenheit wurden am 15. Februar 2005 vom Leiter des Finanzamts in Koło im Schreiben Nr. PB / 415-3/05 erläutert. Der Fragesteller war ein Landwirt, der einen Agrotourismusbetrieb betrieb, der auch Catering-Services für Veranstaltungen, Empfänge und Schulungen auf dem Gelände des Agrotourismusbetriebes und außerhalb organisierte. Er fragte nach den steuerlichen Folgen der Einkommensteuer. Er erhielt vom Finanzamt folgende Antwort:

"(...) Die Gegenstandsfreistellung gilt nur für die Einkünfte aus der Vermietung von Gästezimmern an Erholungssuchende und Verpflegung von Personen, für die diese Zimmer vermietet wurden. Andererseits sollten die begleitenden Freizeitdienstleistungen (Fahrten, Pferdeschlittenfahrten, Lagerfeuer), Cateringdienste für Feste, Schulungen, die Organisation von Kommunionfeiern usw. als Einkommensquelle aus nichtlandwirtschaftlicher Tätigkeit gelten, trotz der Tatsache dass sie unter Verwendung der zum Betrieb gehörenden Grund- und Ausrüstungsgegenstände durchgeführt werden, deren Ziel die landwirtschaftliche Produktion ist, deren Einkünfte nicht von der Einkommensteuer befreit sind. Unter Berücksichtigung des oben Gesagten ist die Preiskalkulation der sog. die Agrotourismus-Dienstleistung sollte das Entgelt für die Vermietung von Gästezimmern an Feriengäste und für die Verpflegung von Personen, für die diese Zimmer vermietet wurden (einkommensteuerbefreite Einkünfte) klar von den Entgelten für sonstige Freizeitleistungen (Einkommensteuerpflichtiges Einkommen) trennen ( ...) “.