Kinder im Kaufprozess – wie beeinflussen sie die Entscheidungen der Eltern?

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Die allgemeine Meinung ist, dass niemand mehr Druck auf Eltern ausübt als Kinder. In den letzten Jahren hat sich die Theorie über die wachsende Rolle junger Verbraucher im Kaufprozess bestätigt, und ihre Meinung ist oft wichtiger als die Entscheidungen der Erwachsenen. Gemeinsame Entscheidungen sind fast schon zur Regel geworden, die sich von der Wahl von Buntstiften oder Spielzeug in den Kauf von Möbeln für die Wohnung oder gar in eine Urlaubsrichtung gewandelt haben. Welche Rolle spielen Kinder im Kaufprozess?

Kinder einkaufen

Die von IQS durchgeführte Umfrage „Kids Power 2016“ zeigt, dass Kinder eine ebenso entscheidende Stimme im Kaufprozess haben wie ihre Eltern. Dieser Trend wird von Jahr zu Jahr häufiger und die Rolle der Kinder als Mitentscheidungsträger nimmt zu. Die Meinung von Kindern schwankt nicht nur bei der Wahl seiner Garderobe oder Süßigkeiten, sondern bei viel ernsthafteren Investitionen.

Der Bericht zeigt, dass:

  • 49,4 % der befragten Mütter geben an, dass ihre Kinder den größten Einfluss auf die Wahl der Wohnaccessoires haben,

  • 34,6% sagen, dass sich auch Kinder für den Kauf von Möbeln entscheiden,

  • 13% der Befragten geben an, dass Kinder entscheiden, ein Restaurant für ein Familienessen zu wählen.

Laut den Daten von Home Away, einer Website, die Unterkünfte anbietet, stimmen sogar 87 % der Eltern zu, dass ihre Schützlinge das Recht haben sollten, ein Urlaubsziel zu wählen. Davon geben 37% zu, dass Kinder die entscheidende Stimme haben.

Der Einfluss von Kindern nimmt mit dem Alter zu

Mit dem Alter des Kindes wachsen nicht nur die Bedürfnisse, sondern auch die Druckkraft bei der Planung von Ausgaben. Es ist nicht zu leugnen, dass ältere, reifere Kinder in der Lage sind, ihre Meinung verständlicher zu äußern. Für Jugendliche ist es wichtig, vor allem über Einkäufe, die sie direkt betreffen, selbstständig Entscheidungen zu treffen.
Wichtig!
96% der jungen Verbraucher möchten ihre Kleidung selbst wählen, während 93% Kosmetik und Schuhe wählen möchten (laut YouGov).

Wie sich herausstellt, spielen Taschenkinder selbst eine große Rolle. Fast die Hälfte der Jugendlichen zwischen 11 und 16 Jahren erhält laut IQS regelmäßig feste Beträge von ihren Eltern. Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil der regelmäßigen „Zahlungen“ und damit die Möglichkeit der selbstständigen Wahl der Geldaufteilung durch ältere Kinder im Kaufprozess.

Kinder im Kaufprozess – warum haben sie einen so großen Einfluss auf die Ausgaben der Eltern?

  1. Der psychologische Aspekt - laut Soziologen haben Kinder im Kaufprozess einen so großen Einfluss auf ihre Eltern, weil sie ihnen verpflichtet sind, ihnen eine glückliche Kindheit zu ermöglichen. Schon kleine Entscheidungen zu treffen, spielt für die Entwicklung von Kindern eine sehr wichtige Rolle, denn es lehrt sie Selbständigkeit und prägt ihren Charakter.

  2. Gruppenzwang – das Kontaktnetz wächst mit zunehmendem Alter des Kindes. Irgendwann in seiner Entwicklung lässt die Autorität seiner Eltern zugunsten der Meinung ihrer Altersgenossen nach. Die Meinung der Kollegen gewinnt immer mehr an Bedeutung, was sich wiederum in den Entscheidungen und dem Interesse des Teenagers niederschlägt. Das Bedürfnis nach Anerkennung in der Gemeinschaft ist stark und erfordert Anpassung. Eine Beziehung zu Gleichgesinnten fördert den Informationsaustausch über aktuelle Trends, Neuigkeiten oder Marken, kann aber auch Personen, die nicht zusammenpassen, absolut ausschließen.

  3. Die Macht der Werbung – es ist kein Geheimnis, dass Werbung die größte Wirkung auf unsere Kinder hat. Sie sind bunt, dynamisch und die darin vorkommenden Charaktere wecken Bewunderung in den Augen eines Kleinkindes. Das präsentierte Bild ist für sie einfach glücklicher und interessanter. Bis zu einem bestimmten Alter (7-8 Jahre) unterscheiden Kinder die reale Welt nicht von einer fiktiven. Ihnen fehlen auch Abwehrmechanismen, um sie vor Marketingbotschaften zu schützen. So erzeugt bunte Werbung ein plötzliches Besitzbedürfnis. Kinder greifen im Kaufprozess sehr oft sogar unbewusst auf ein Bild aus dem Fernsehen zurück, das die Vorzüge eines bestimmten Produkts aufzeigt.