Arbeitszeitplan – wann sollte der Arbeitgeber ihn erstellen?

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Ein Arbeitszeitplan, auch Arbeitszeitplan oder Stundenplan genannt, ist die geplante Arbeitszeit, in der ein Arbeitnehmer für den Arbeitgeber arbeiten soll. Der Arbeitszeitplan kann in Papierform oder in elektronischer Form erstellt werden. Wie sich aus Artikel 129 § 3 des Arbeitsgesetzbuches (kp) ergibt:

Der Arbeitszeitplan eines bestimmten Arbeitnehmers kann - in schriftlicher oder elektronischer Form - für einen kürzeren Zeitraum als den Abrechnungszeitraum, mindestens jedoch 1 Monat, erstellt werden. Der Arbeitgeber stellt dem Arbeitnehmer den Arbeitszeitplan mindestens 1 Woche vor Arbeitsbeginn in dem Zeitraum, für den dieser Plan erstellt wurde, zur Verfügung.

Neben den Arbeitszeitnachweisen und der Anwesenheitsliste ist der Stundenplan eines der Dokumente bezüglich der Arbeitszeit des Arbeitnehmers, die mindestens 3 Jahre aufbewahrt werden sollte, da der Arbeitnehmer in dieser Zeit vom Arbeitgeber die Zahlung von Überstunden in Anspruch nehmen muss Vergütung. Dies liegt an Art. 291 § des Arbeitsgesetzbuches, wonach Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis nach drei Jahren ab Fälligkeit des Anspruchs verjähren. Der Arbeitszeitplan ist auch das grundlegende Dokument, das bei der Kontrolle der Ordnungsmäßigkeit der Arbeitszeitabrechnung im Unternehmen durch die Nationale Arbeitsaufsichtsbehörde vorgelegt werden sollte.

Wie erstellt man einen Arbeitszeitplan richtig?

Bei der Planung der Arbeitszeit muss der Arbeitgeber einige Grundregeln beachten:

  • Aufrechterhaltung der täglichen Ruhezeit - Die Arbeitszeit sollte so geplant werden, dass der Arbeitnehmer an jedem Tag mindestens 11 Stunden ununterbrochene Ruhezeit hat. Der Arbeitstag beginnt mit dem Arbeitsantritt des Arbeitnehmers und dauert die nächsten 24 Stunden. Für einen Arbeitnehmer, der um 7 Uhr mit der Arbeit beginnt, dauert der Arbeitstag daher bis 7 Uhr des nächsten Tages, und der Arbeitnehmer muss in dieser Zeit mindestens 11 Stunden Freizeit haben;

  • Einhaltung der wöchentlichen Ruhezeit - dem Arbeitnehmer muss jede Woche eine ununterbrochene Ruhezeit von 35 Stunden gewährt werden. An dieser Stelle sei klargestellt, dass eine Woche in diesem Sinne nicht unbedingt Montag bis Sonntag bedeutet, sondern davon abhängt, an welchem ​​Wochentag der Abrechnungszeitraum begonnen hat. Wenn der Abrechnungszeitraum am 1. Juli 2018, also am Sonntag, begonnen hat, umfasst die Woche für die Berechnung der Arbeitszeit 7 aufeinanderfolgende Tage von Sonntag bis Samstag und während dieser Zeit sollte der Arbeitnehmer die Arbeitszeit so planen, dass er 35 Stunden frei hat Arbeit.

  • Sonntagsarbeit muss durch einen freien Tag innerhalb von maximal 6 Tagen vor oder nach Sonntag ausgeglichen werden. In Betrieben, in denen Sonntagsarbeit erlaubt ist, muss der Arbeitgeber bei der Planung der Arbeit des Arbeitnehmers an diesem Tag sicherstellen, dass der arbeitsfreie Tag für die Sonntagsarbeit innerhalb von 6 Tagen vor oder nach diesem Sonntag geplant wird. Es sollte auch daran erinnert werden, dass ein Arbeitnehmer nicht jeden Sonntag arbeiten kann. Jeder vierte Sonntag muss als Ruhetag eingeplant werden.

  • Die Samstagsarbeit sollte mit einem freien Tag bis zum Ende des Bezugszeitraums ausgeglichen werden. Plant der Arbeitgeber, dass der Arbeitnehmer am Samstag arbeitet, muss er ihm bis zum Ende des Bezugszeitraums einen freien Tag gewähren. Dabei spielt es keine Rolle, ob er am Samstag 8 Stunden einplant oder zum Beispiel nur 4 Stunden – er muss ihm sowieso den ganzen Tag freigeben. Dies ist auf eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von fünf Tagen zurückzuführen, die in Artikel 129 § 1 des Arbeitsgesetzbuchs enthalten ist. Der sich aus dem Prinzip einer durchschnittlichen Fünf-Tage-Woche ergebende arbeitsfreie Tag ist in der Regel der Samstag, er ist jedoch nicht vorgeschrieben. Der Arbeitgeber kann auch einen anderen arbeitsfreien Tag, z.B. Mittwoch, festlegen. Wichtig ist, dass die Arbeit an durchschnittlich 5 Tagen pro Woche in einem bestimmten Abrechnungszeitraum erbracht wird.

Beispiel 1.

Am Arbeitsplatz gibt es einen sechsmonatigen Abrechnungszeitraum von Januar bis Juni. Im Januar plante der Arbeitgeber, dass der Arbeitnehmer an 6 aufeinanderfolgenden Tagen von Montag bis Samstag arbeitete. Im Unternehmen ist ein freier Tag (aufgrund der 5-Tage-Wochen-Regelung) der Samstag. Im Juni hat der Arbeitgeber diesem Mitarbeiter eine Arbeitszeit von Montag bis Donnerstag eingeteilt. Der Arbeitgeber hat richtig gehandelt, da dieser Mitarbeiter durchschnittlich fünf Tage die Woche eingeplant war. 6 Tage im Januar und 4 Tage im Juni.
6 + 4 =10 /2 =5

  • Verbot der Planung von Überstunden - Ein korrekt erstellter Arbeitszeitplan muss die vom Arbeitnehmer zu leistende Stundenzahl gemäß der Nennarbeitszeit in einem bestimmten Monat enthalten. Es ist inakzeptabel, auch nur eine Stunde zu viel zu planen. Dies liegt an der Natur der Überstunden, die nur in einer für den Arbeitgeber nicht vorhersehbaren Ausnahmesituation auftreten können. Nur in Abrechnungszeiträumen, die länger als monatlich sind, ist es zulässig, in einem Monat mehr und in den Folgemonaten weniger zu planen, damit die Gesamtstundenzahl der Sollarbeitszeit in einem bestimmten Zeitraum entspricht.

Beispiel 2.

In einem Betrieb mit einem Bezugszeitraum von 3 Monaten hat der Arbeitgeber die Arbeitszeit der Arbeitnehmer wie folgt geplant:

  • Juli - 180 Stunden;

  • August - 188 Stunden;

  • September - 152 Stunden

Obwohl im August 2019 180 Stunden zu arbeiten waren, hat der Arbeitgeber richtig gehandelt, da er im September 16 Stunden weniger und im Juli 4 Stunden weniger eingeplant hat.

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In welchem ​​Arbeitszeitsystem ist die Einplanung verpflichtend?

Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, Arbeitspläne nur für Personen zu erstellen, die während der Grundarbeitszeit arbeiten – von Montag bis Freitag zu gleichen Zeiten. Aufzeichnungen über die Stunden sollten in die Arbeitsordnung aufgenommen werden, und wenn der Arbeitsplatz nicht zur Schaffung von Regelungen verpflichtet ist - in den Arbeitsvertrag. Auch in Bezug auf Personen, die in der Aufgabenarbeitszeit arbeiten, muss der Arbeitgeber keinen Arbeitszeitplan erstellen, da die Definition der Aufgabenarbeitszeit impliziert, dass der Arbeitnehmer über seine Arbeitszeit selbst entscheidet und für die ausgeführten Aufgaben verantwortlich ist, nicht die Arbeitszeit. . Das Arbeitszeitsystem, in dem der Arbeitszeitplan wesentlich ist, ist das gleichwertige System.

Die Zeitplanung ist nach dem gleichwertigen Arbeitszeitsystem obligatorisch.

Dies liegt daran, dass während der äquivalenten Arbeitszeit die tägliche Arbeitszeit auf 12 Stunden verlängert werden kann und die längere Arbeitszeit an einem Tag durch eine kürzere Arbeitszeit an einem anderen Tag oder an einem freien Tag ausgeglichen werden muss. Wenn der Abrechnungszeitraum einen Monat beträgt, ist die Sache einfach, denn die Arbeitszeit muss sich in diesem einen Monat ausgleichen. Schwieriger ist es bei längeren Abrechnungsfristen – halbjährlich oder jährlich. Plant der Arbeitgeber viele 12-Stunden-Tage für Arbeitnehmer ein, kann es sein, dass der Arbeitnehmer im letzten Monat des Abrechnungszeitraums einen ganzen Monat frei haben muss.

Nur wenn der Arbeitnehmer nach dem gleichwertigen Arbeitszeitsystem zusätzlich durch flexible Arbeitszeiten abgedeckt ist, muss der Arbeitgeber ihm keinen detaillierten Zeitplan mit Zeitpunkt des Arbeitsbeginns und des Arbeitsendes erstellen. Flexible Arbeitszeiten können unter anderem auf Antrag eines Arbeitnehmers festgelegt werden, der aus wichtigen Gründen nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt, sondern innerhalb eines Zeitraums, beispielsweise zwischen 7:00 und 8:00 Uhr, seine Arbeit aufnehmen möchte. In einer solchen Situation sollte der Arbeitgeber nur die Anzahl der zu leistenden Stunden angeben, beispielsweise an einem Tag 12 und am anderen 8. Ein Arbeitnehmer mit flexibler Arbeitszeit kann innerhalb einer bestimmten Arbeitszeit seine Arbeit aufnehmen, muss aber wissen, wie viele Stunden man an einem bestimmten Tag arbeiten muss. . Daher sollte auch für ihn ein Arbeitszeitplan erstellt werden, der jedoch nur die Stundenzahl beinhalten sollte.

Ist es möglich, den Zeitplan zu ändern?

Aus den arbeitsrechtlichen Vorschriften ergibt sich nicht, ob und wie der Arbeitgeber den zuvor erstellten und dem Arbeitnehmer zur Unterschrift vorgelegten Arbeitszeitplan ändern kann. Die Stellungnahme des Ministeriums für Arbeit und Sozialpolitik vom 18. Oktober 2013 zur Änderung von Arbeitszeitplänen zeigt, dass Änderungen von Arbeitszeitplänen aus sachlichen Gründen zulässig sind. Die Regelungen zur Änderung des Arbeitszeitplans sollten in interne Regelungen, z.B. in die Arbeitsordnung, aufgenommen werden. Es sollte angeben, wann und wie der Mitarbeiter über die Dienstplanänderung informiert werden soll. Nach Angaben der Landesarbeitsinspektion sind Änderungen des Dienstplans in Situationen zulässig, die zum Zeitpunkt seiner Einrichtung nicht vorhersehbar waren, z am Arbeitsplatz geltenden internen Vorschriften. Eine Änderung des Stundenplans bei Abwesenheit des Arbeitnehmers ist nicht zulässig, z. B. in einer Situation, in der er von Montag bis Freitag 12 Stunden eingeplant hatte und in dieser Zeit erkrankte - die für die Zeit seiner Krankheit eingeplanten Stunden sind abzuziehen vom Monatslimit. Ein kranker Mitarbeiter wird trotz der Tatsache, dass er keine Arbeit verrichtet, seine im Zeitplan geplante Arbeitszeit in die Arbeitszeit eingerechnet. Bei einer äquivalenten Arbeitszeit sind es bis zu 12 Stunden pro Tag. Die gleiche Regel sollte gelten, wenn ein Arbeitnehmer Urlaub nimmt. Anschließend ist die im Stundenplan vorgesehene Stundenzahl vom Pool der Urlaubsstunden abzuziehen.