Kosten des Inkassodienstes – wie begleichen?

Dienstleistungssteuer

Nahezu jedes Unternehmen hat sich mit unzuverlässigen Auftragnehmern getroffen. In einer Situation, in der die Eintreibung von Forderungen schwierig ist, entscheiden sich Unternehmer, Inkassounternehmen zu beauftragen. Die Aufwendungen für diese Art von Dienstleistung sind teuer, daher stellt sich die Frage, ob die Kosten für Inkassodienste steuerliche Kosten darstellen können?

Was sind steuerlich absetzbare Kosten?

Steuerlich abzugsfähige Kosten sind alle rationalen und wirtschaftlich gerechtfertigten Ausgaben im Zusammenhang mit der ausgeübten Geschäftstätigkeit. Die Bewertung des Zusammenhangs mit der ausgeübten Tätigkeit sollte zeigen, dass die getätigten Ausgaben objektiv zur Erzielung von Einnahmen aus einer bestimmten Quelle beitragen können. Damit eine Ausgabe als steuerlich abzugsfähige Kosten angesehen werden kann, muss sie daher die folgenden Bedingungen erfüllen:

  • in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Einkommen oder der Einkommensquelle stehen und zur Erzielung von Einkommen oder zur Erhaltung oder Sicherung der Einkommensquelle entstanden sind,

  • nicht auf der Liste der nicht als steuerlich abzugsfähige Kosten anerkannten Kosten stehen,

  • ordnungsgemäß dokumentiert werden.

Inkassodienstleistungen stehen zweifellos im Zusammenhang mit der ausgeübten Geschäftstätigkeit.

Im Katalog der nicht als Kosten berücksichtigten Ausgaben wurde unter anderem angegeben, dass es sich nicht um steuerliche Kosten handelt Vollstreckungskosten im Zusammenhang mit Zahlungsverzug.

Diese Befreiung gilt nicht für Aufwendungen, die im Zusammenhang mit Inkassotätigkeiten anfallen, so dass die Kosten für Inkassodienstleistungen als Steueraufwendungen gelten können.

Daher ist der Schluss zu ziehen, dass die dem Steuerpflichtigen anfallenden Kosten für Inkassodienstleistungen mit der ausgeübten Geschäftstätigkeit und indirekt mit den erzielten Einnahmen zusammenhängen und somit steuerlich abzugsfähige Kosten darstellen.

Diese Position wird auch von den Finanzbehörden bestätigt, ein Beispiel dafür ist die individuelle Auslegung des Direktors der Finanzkammer in Posen vom 12. März 2012, Aktenzeichen. ILPB1 / 415-1390 / 11-4 / AA:

(...) Gebühren für das Inkasso sind nicht im Katalog der steuerlich nicht abzugsfähigen Aufwendungen nach Art. 23 oben das Gesetz. Die Möglichkeit, diese Aufwendungen als steuerlich abzugsfähige Kosten der nichtlandwirtschaftlichen Geschäftstätigkeit zu klassifizieren, hängt somit von der Erfüllung der Rahmenbedingungen für die Anrechnung von Aufwendungen als steuerlich abzugsfähige Kosten nach Art. 22 Sek. 1 dieses Gesetzes (...).

Kosten für Inkassodienstleistungen - Vorsteuerabzug

Scherz. 86 Sek. 1 UStG zeigt, dass der Steuerpflichtige das Recht hat, den geschuldeten Steuerbetrag um den Betrag der Vorsteuer zu mindern, soweit Gegenstände oder Dienstleistungen zur Ausübung steuerpflichtiger Tätigkeiten verwendet werden.

Der Zusammenhang zwischen Käufen und der Tätigkeit des Steuerpflichtigen kann direkt oder indirekt sein.

Ein direkter Zusammenhang zwischen Kauf und Geschäftstätigkeit besteht, wenn die gekauften Waren beispielsweise zum Weiterverkauf verwendet werden. Der indirekte Zusammenhang der getätigten Einkäufe mit der Tätigkeit des Steuerpflichtigen kommt in Betracht, wenn der Erwerb von Waren und Dienstleistungen nicht direkt zum Einkommen des Steuerpflichtigen beiträgt, z. Das Unternehmen als Ganzes trägt zum Umsatz des Unternehmens bei.

Beim Einkauf von Inkassodienstleistungen behandeln wir den zweiten Fall, also ein indirektes Verhältnis. Dem Abzug der Mehrwertsteuer auf Rechnungen, die die Kosten von Inkassodienstleistungen dokumentieren, steht somit nichts im Wege.

Eine solche Position wurde vom Leiter des Zweiten Finanzamtes in Radom in der Individualauslegung vom 01.09.2005, Aktenzeichen, bestätigt. 1425/021/443/43/05 / IW, wo wir lesen können:

(...) sind Sie berechtigt, von den erhaltenen Rechnungen für Inkassotätigkeiten die Umsatzsteuer gemäß Art. 86 Sek. 1 im Zitat das Umsatzsteuergesetz (...).

Belastung des Auftragnehmers mit Inkassogebühren

Es kommt vor, dass der Steuerzahler unzuverlässigen Auftragnehmern die Kosten der Forderungseintreibung in Rechnung stellt, wie zum Beispiel: Gebühren für die Erstellung von Zahlungsaufforderungen, Kosten für die Versendung einer Mahnung usw. In einer solchen Situation stellt sich die Frage, ob diese Tätigkeiten der Mehrwertsteuer unterliegen.

Die Umsatzsteuer unterliegt grundsätzlich gebührenpflichtigen Umsätzen, d.h. der entgeltlichen Lieferung von Waren und der entgeltlichen Erbringung von Dienstleistungen. In einigen Fällen sind jedoch auch steuerpflichtige Tätigkeiten gebührenfrei, einschließlich der freien Übertragung von Gegenständen durch den Steuerpflichtigen.

Die Warenlieferung ist die Übertragung des Verfügungsrechts über die Ware als Eigentümer (§ 7 Abs. 1 UStG).

Nach der Definition des Art. 8 Sek. 1 UStG ist unter der Erbringung von Dienstleistungen jede Dienstleistung für eine natürliche Person, juristische Person oder Organisationseinheit ohne Rechtspersönlichkeit zu verstehen, die keine Lieferung von Gegenständen im Sinne von Art. 7 des Umsatzsteuergesetzes.

Die Belastung des Auftragnehmers mit Kosten für Inkassoleistungen, wie z. B. Kosten für Zahlungsaufforderungen oder Korrespondenzkosten, unterliegen aufgrund des Sanktionscharakters nicht der Mehrwertsteuer. Diese Gebühren stellen keine Vergütung für die Erbringung von Dienstleistungen des Auftragnehmers gegenüber dem Steuerpflichtigen dar. Sie sollten daher nicht in den Anwendungsbereich der Steuer auf Waren und Dienstleistungen fallen.

Diese Position wird von den Finanzbehörden bestätigt, ein Beispiel dafür ist das Schreiben des Direktors der Steuerkammer in Posen vom 18. Juli 2012, Nr. ILPP1 / 443-390 / 12-2/AI, in dem er Folgendes erklärte:

(...) die Verrechnung pauschaler Kosten für die Zusendung einer Zahlungsaufforderung per Einschreiben - bei Zahlungsverzug des Kunden - stellt keine Warenlieferung im Sinne des Art. 7 Sek. 1 des Gesetzes oder die Erbringung von Dienstleistungen im Sinne von Art. 8 Sek. 1 der Akte. Die Kostenerstattung stellt somit keine steuerpflichtige Tätigkeit im Sinne von Art. 5 Sek. 1 des Gesetzes, die mit einer Mehrwertsteuerrechnung belegt werden sollte. Daher kann der Antragsteller in diesem Fall (...) eine Belastungsanzeige ausstellen.