Verlust des Umlaufvermögens durch Betrug - Abwicklung

Dienstleistungssteuer

Unternehmer treffen auf ihrem Weg oft auf unzuverlässige Auftragnehmer. In einer Betrugssituation (Diebstahl, Erpressung von Waren) erleiden sie einen messbaren finanziellen Verlust. Es stellt sich dann die Frage, wie der Verlust des Umlaufvermögens einkommensteuer- und umsatzsteuerlich berücksichtigt werden kann.

Kann ein Verlust an Betriebskapital als steuerlich abzugsfähige Kosten gelten?

Als Steueraufwendungen können nach der allgemeinen Regel nur solche Aufwendungen gelten, die die Erzielung von Einkünften oder die Erhaltung oder den Schutz der Einkunftsquelle beeinträchtigen. Darüber hinaus kann der Aufwand nicht in den Katalog der nicht steuerlich abzugsfähigen Aufwendungen aufgenommen werden. Daher ist davon auszugehen, dass steuerlich abzugsfähige Kosten alle rational gerechtfertigten Ausgaben im Zusammenhang mit der ausgeübten Tätigkeit sind, deren Zweck darin besteht, die Einnahmequelle zu erreichen, zu sichern und aufrechtzuerhalten; Bei der Ermittlung der steuerlich abzugsfähigen Kosten ist jedoch in jedem Fall, mit Ausnahme der im Gesetz ausdrücklich genannten, eine individuelle Bewertung im Hinblick auf den direkten Zusammenhang mit den Einnahmen und die Rationalität der Maßnahmen zur Erzielung von Einnahmen erforderlich.

Der Katalog der Ausschlüsse von steuerlich abzugsfähigen Kosten umfasst keine Schäden, wenn der Schaden unverschuldet ist, d. h. wenn der Steuerpflichtige seinen Eintritt nicht verschulden kann, wenn der Steuerpflichtige den Schaden nicht vorhersehen oder verhindern konnte. Daher ist jedes Mal eine detaillierte Analyse der Situation vor Eintritt des Schadens erforderlich.

Bei Verlusten im Umlaufvermögen (Bargelddiebstahl) ist schwer zu sagen, dass sie auf die Erzielung von Einnahmen abzielen. Sie können jedoch grundsätzlich ein Kostenelement in der nichtlandwirtschaftlichen Geschäftstätigkeit darstellen. Die Möglichkeit, den Verlust im Umlaufvermögen als steuerlich abzugsfähige Kosten zu erfassen, hängt jedoch von der Erfüllung folgender Voraussetzungen ab:

  • der Verlust muss sich auf die gesamte ausgeübte Tätigkeit beziehen,

  • ihre Entstehung muss durch eine dem Steuerpflichtigen nicht zuzurechnende Handlung verursacht worden sein,

  • muss ordnungsgemäß dokumentiert werden,

  • der Steuerpflichtige sollte geeignete Maßnahmen ergreifen, um diesen Verlust zu verhindern.

Steuerlich kommen nur Diebstahl, Betrug aus unvorhersehbaren und nicht vermeidbaren Ereignissen in Betracht, der die Erfassung des daraus resultierenden Schadens als steuerlich abzugsfähige Kosten rechtfertigt.

Unter der Annahme, dass der Verlust des Umlaufvermögens eine Folge der Geschäftstätigkeit des Steuerpflichtigen ist, kann daher davon ausgegangen werden, dass es sich um steuerlich abzugsfähige Kosten handelt, sofern es sich um eine normale Folge der in einer bestimmten Branche ausgeübten Tätigkeit handelt und der Steuerpflichtige nicht für seine Entstehung verantwortlich gemacht werden. Hat der Steuerpflichtige mit gebührender Sorgfalt einem Vermögensschaden entgegengewirkt, kann er den daraus resultierenden Verlust als steuerlich abzugsfähige Kosten anrechnen.

Somit können die daraus resultierenden Verluste im Umlaufvermögen, ordnungsgemäß dokumentiert, in die Kosten einbezogen werden. Der Schadenseintritt sollte durch die zuständigen Behörden, z.B. Polizei (Einstellung der Ermittlungen), Gerichtsvollzieher (Entscheidung) etc. nachgewiesen werden.

Das bestätigen auch die Finanzbehörden. Ein Beispiel kann das Schreiben des Direktors der Nationalen Steuerinformation sein, Ref.-Nr. 2461-IBPB-1-1.4511.45.2017.2.BK, vom 9. Mai 2017, wo wir lesen können:

„(…) Bei Verlusten im Umlaufvermögen (Bargelddiebstahl) ist schwer zu sagen, dass sie auf die Erzielung von Einnahmen abzielen. Sie können jedoch grundsätzlich ein Kostenelement in der nichtlandwirtschaftlichen Geschäftstätigkeit darstellen. Die Möglichkeit, den Verlust im Umlaufvermögen als steuerlich abzugsfähige Kosten zu erfassen, hängt jedoch von der Erfüllung folgender Voraussetzungen ab:

  • der Verlust muss sich auf die gesamte ausgeübte Tätigkeit beziehen,

  • ihre Entstehung muss durch eine dem Steuerpflichtigen nicht zuzurechnende Handlung verursacht worden sein,

  • muss ordnungsgemäß dokumentiert werden,

  • der Steuerpflichtige sollte geeignete Maßnahmen ergreifen, um diesen Verlust zu verhindern.

Das Vorstehende bedeutet, dass, wenn der Verlust des Umlaufvermögens eine normale Folge der Tätigkeit in einem bestimmten Wirtschaftszweig ist und der Steuerpflichtige an seinem Auftreten nicht verschuldet werden kann, wenn der Steuerpflichtige gleichzeitig die gebotene Sorgfalt ausgeübt hat, um einem Schaden entgegenzuwirken Eigentum, kann er den daraus resultierenden Verlust zu den Kosten für die Erzielung von Einnahmen aus nichtlandwirtschaftlicher Geschäftstätigkeit anrechnen. (...)".

Verluste und Mehrwertsteuer

Handelt es sich bei dem Schadensgegenstand um eine vorsteuerabzugsberechtigte Ware und ist der Schaden nicht verschuldet, entfällt der Vorsteuerabzug. Diese Position wurde vom Direktor der Steuerkammer in Bydgoszcz mit Schreiben vom 22. Mai 2012, Aktenzeichen, bestätigt. ITPP1 / 443-178 / 12 / MN, in dem wir lesen können:

"(...) Die dargestellten Umstände zeigen, dass die Gesellschaft im Jahr 2011 Zigaretten von einem polnischen Mehrwertsteuerpflichtigen gekauft hat. Die Gesellschaft hat vom Lieferanten von Zigaretten Mehrwertsteuerrechnungen erhalten, die die Lieferung der betreffenden Zigaretten an sie bestätigen, die aufgrund der Ausführung der von den Mitarbeitern der Gesellschaft erteilten Bestellung geliefert wurden. Nachdem ein des Diebstahls des Unternehmens beschuldigter Mitarbeiter auf einem überwachten Hof des Unternehmens das Verfahren der Annahme durch den Lieferanten durchführte, wurden sie in einen Privatwagen gepackt und aus dem Geschäft abtransportiert. Die Arbeitsverträge mit dem Diebstahl beschuldigten Arbeitnehmern enthalten Regelungen zur materiellen Haftung der Arbeitnehmer für das anvertraute Eigentum. Das Unternehmen beabsichtigt, den Mitarbeitern den entstandenen Schaden in Rechnung zu stellen und hat die Straftat angezeigt.

Unter Bezugnahme auf die hier angeführten Rechtsvorschriften ist festzuhalten, dass es sich im vorliegenden Fall um Mängel handelt, die durch Diebstahl durch Mitarbeiter wesentlich verursacht wurden, die daher als Mängel anzusehen sind, die nicht auf der Bewerber.

Vor diesem Hintergrund besteht bei Warenverlust aus Gründen, die der Antragsteller nicht zu vertreten hat, der gleichzeitig alle Anstrengungen unternommen hat, um Engpässe zu vermeiden, das Recht zum Vorsteuerabzug im Zusammenhang mit den oben genannten der Erwerb wird einbehalten, und somit besteht auch kein Anlass für eine Anpassung des Steuerabzugs (...) ”.