Im Ausland erbrachte Subunternehmerleistungen - Umsatzsteuerabrechnung

Dienstleistungssteuer

Unternehmer, die in der Baubranche tätig sind, nutzen häufig die Dienste von Subunternehmern. Für den Fall, dass sich die Dienstleistungen auf in Polen ausgeführte Bauleistungen beziehen, ist die Frage der Mehrwertsteuerabrechnung klar. Zweifel entstehen, wenn der Unternehmer Bauarbeiten im Ausland durchführt.Die umsatzsteuerliche Abrechnung der im Ausland erbrachten Leistungen des Subunternehmers wird im nachfolgenden Artikel erläutert.

Wie bestimmt man den Ort der Leistungserbringung?

Der erste Schritt für eine ordnungsgemäße Abrechnung ist die Bestimmung des Erfüllungsortes. Diesbezüglich ist auf den Inhalt von Art. 28e Umsatzsteuergesetz, wonach der Ort der Erbringung von immobilienbezogenen Dienstleistungen, einschließlich Dienstleistungen von Gutachtern, Immobilienmaklern, Beherbergungsleistungen in Hotels oder Einrichtungen mit ähnlicher Funktion, wie z Campingplätze, Nutzung und Nutzung von Immobilien sowie Dienstleistungen zur Vorbereitung und Koordination von Bauarbeiten, wie Architekten- und Bauüberwachungsleistungen, ist der Standort der Immobilie.

Im Lichte der vorstehenden Regelungen wird die im Ausland erbrachte Bauleistung nicht in Polen, sondern in dem Land besteuert, in dem sich die Immobilie befindet. Wird die Leistung an einen ausländischen Unternehmer erbracht, übernimmt dieser aufgrund der Reverse-Charge die Verpflichtung zur Begleichung der auf eine solche Transaktion fälligen Steuer.

Beispiel 1.

Ein polnisches Bauunternehmen bietet den Bau eines Einkaufszentrums in Berlin an. In einer solchen Situation wird diese Leistung in Deutschland besteuert. Dadurch, dass die Leistung an einen Steuerpflichtigen aus Deutschland erbracht wird, übernimmt dieser als Leistungsempfänger die Verpflichtung zur Abrechnung der Ausgangssteuer.

Im obigen Fall ist der polnische Unternehmer nicht verpflichtet, sich in Deutschland für Zwecke der örtlichen Umsatzsteuer anzumelden, da die Steuerpflicht vom Empfänger übernommen wird. Auf der anderen Seite ist der polnische Steuerpflichtige verpflichtet, sich für ausländische Mehrwertsteuerzwecke zu verrechnen und zu registrieren, wenn die Steuerabrechnungspflicht nicht im Wege einer umgekehrten Steuerschuldnerschaft auf den Käufer übertragen werden kann.

Beispiel 2.

Ein polnisches Bauunternehmen bietet einen Hausbauservice für einen Kunden aus der Tschechischen Republik an. In diesem Fall wird die Leistung in dem Land besteuert, in dem sich die Immobilie befindet, also in der Tschechischen Republik. Der Kunde aus der Tschechischen Republik ist jedoch kein Mehrwertsteuerpflichtiger, was bedeutet, dass er nicht die Verpflichtung übernimmt, die auf eine solche Leistung fällige Steuer zu begleichen. Infolgedessen muss sich ein polnisches Unternehmen für die tschechische Mehrwertsteuer registrieren und die Steuer auf diese Dienstleistung gemäß abrechnen lokale Steuervorschriften.

Im Ausland erbrachte Subunternehmerleistungen

Ein weiterer Fall, der eine Registrierung für ausländische Umsatzsteuerzwecke erfordert, ist der Einsatz von Subunternehmern.

Bei der Analyse der Gesamtsituation ist zu beachten, dass bei Leistungen polnischer Subunternehmer Art. 28e Umsatzsteuergesetz. Dies bedeutet, dass die Leistungen von Subunternehmern in dem Land besteuert werden, in dem sich die Immobilie befindet. In einem solchen Fall liegt die Steuerpflicht beim Käufer der Dienstleistung, in diesem Fall beim polnischen Kunden. Der polnische Kunde kann diese Verpflichtung nicht auf den Hauptinvestor übertragen, da er nicht der Käufer der Dienstleistung ist. Infolgedessen muss sich der polnische Kunde im Ausland für Mehrwertsteuerzwecke in dem Land registrieren, in dem sich die Immobilie befindet.

Dies wird auch durch die Auslegung des Direktors der Nationalen Steuerinformation vom 29. März 2018, Nr. 0111-KDIB3-3.4012.3.2018, bestätigt.

Die vom Antragsteller beauftragte Bauleistung steht in engem Zusammenhang mit dem Bau von Räumlichkeiten in einem Einkaufszentrum in Estland und wird daher außerhalb des Landes ausgeführt. Derselbe Ort, an dem die Dienstleistung erbracht wird, gemäß Art. 28e des Mehrwertsteuergesetzes ist das Territorium Estlands, auf dem sich die Immobilie befindet. Da sich die Dienstleistung auf Immobilien in Estland bezieht, unterliegt sie daher in Polen nicht der Mehrwertsteuer.

Darüber hinaus ist die vom Antragsteller erbrachte Bauleistung, wie bereits erwähnt, in Estland steuerpflichtig. Daher werden in dieser Situation die Fragen, wie die Steuer auf die vom Antragsteller erbrachte Leistung zu begleichen ist und welcher der Steuerpflichtigen sie begleichen soll, nicht durch die Bestimmungen des Mehrwertsteuergesetzes geregelt, sondern durch die Bestimmungen des estnischen Mehrwertsteuergesetzes Steuergesetz hinzugefügt und sollte in Übereinstimmung mit den dort geltenden Vorschriften festgelegt werden”.

Erbringt ein polnischer Subunternehmer Bauleistungen für einen polnischen Steuerpflichtigen, der in einem anderen Land registriert ist, muss er für die Erbringung dieser Leistung eine Rechnung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer ausstellen. Diese Rechnung enthält nur den Nettobetrag der Dienstleistung und nicht den Steuerbetrag. Anstelle des Steuersatzes wird die Abkürzung NP ("Unterliegt nicht"). Zusätzlich muss die Rechnung den Vermerk "Reverse Charge". Starten Sie eine kostenlose 30-tägige Testphase ohne Bedingungen!

Beispiel 3.

Ein polnisches Bauunternehmen baut in Schweden eine Wohnsiedlung. Ein Teil der Arbeiten wurde von einem Subunternehmer aus Polen in Auftrag gegeben. In diesem Fall werden die im Ausland erbrachten Leistungen des Subunternehmers in dem Land besteuert, in dem sich die Immobilie befindet, dh in Schweden. Der Käufer der Dienstleistung ist ein polnisches Unternehmen, was bedeutet, dass er sich für die Zwecke der schwedischen Mehrwertsteuer registrieren muss. Ein polnischer Subunternehmer stellt für einen in Schweden registrierten polnischen Kunden eine Rechnung ohne Satz und ohne Steuerbetrag mit dem Vermerk „Reverse Charge“ aus. Der polnische Kunde wird die Mehrwertsteuer auf dieser Rechnung gemäß den schwedischen Steuervorschriften abrechnen.

Es sollte betont werden, dass die obige Situation sowohl eintreten wird, wenn der Unterauftragnehmer ein aktiver als auch steuerbefreiter Zahler ist. Bei der Erbringung von Dienstleistungen im Ausland spielt die Frage der Inanspruchnahme der Mehrwertsteuerbefreiung keine Rolle. Unabhängig davon, ob der polnische Subunternehmer aktiver oder mehrwertsteuerfreier Steuerpflichtiger ist, ist er im Falle der Erbringung einer im Ausland besteuerten Leistung verpflichtet, eine Rechnung mit dem NP-Satz und mit dem Vermerk "Reverse Charge”.

Ein im Ausland registrierter Subunternehmer

Es sei darauf hingewiesen, dass es auch eine zweite Lösung für die obige Transaktion gibt. Es ist möglich, dass sich der Subunternehmer und nicht der Auftraggeber im Ausland in dem Land registrieren lässt, in dem sich die Immobilie befindet.

In diesem Fall stellt der Subunternehmer eine Rechnung gemäß den Steuervorschriften des Landes, in dem er seinen Sitz hat, aus und verrechnet die Umsatzsteuer zu den im lokalen Steuerrecht vorgesehenen Bedingungen. Andererseits ist der polnische Kunde nicht mehr verpflichtet, sich in dem Land, in dem sich die Immobilie befindet, umsatzsteuerlich zu registrieren. Obwohl er für die vom Subunternehmer erbrachte Leistung eine ausländische Rechnung erhält, kann er davon gemäß den polnischen Vorschriften keine Mehrwertsteuer abziehen.

Die Mehrwertsteuer auf dieser Rechnung kann nur durch das ausländische Mehrwertsteuerrückerstattungsverfahren erstattet werden. Zu diesem Zweck reicht der polnische Kunde das MWST-REF-Formular über das polnische Finanzamt beim ausländischen Finanzamt ein.

Beispiel 4.

Ein polnisches Bauunternehmen baut in Frankreich eine Wohnsiedlung. Ein Teil der Arbeiten wurde von einem Subunternehmer aus Polen in Auftrag gegeben. In diesem Fall wird die vom Subunternehmer erbrachte Leistung in dem Land besteuert, in dem sich die Immobilie befindet, also in Frankreich. Der Unterauftragnehmer aus Polen hat sich dort in Frankreich umsatzsteuerlich registriert. Der Subunternehmer wird die Leistung nach dem französischen Mehrwertsteuersatz besteuern und dem polnischen Kunden eine französische Rechnung ausstellen. Der polnische Besteller kann die Mehrwertsteuer von dieser Rechnung zurückfordern, indem er einen VAT-REF-Antrag einreicht. Dieser Antrag wird über das polnische Finanzamt bei der französischen Steuerbehörde eingereicht.