Nutzung von Firmeneigentum für private Zwecke und Mehrwertsteuer

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Die Verwendung von Unternehmensvermögen für private Zwecke ist eine gängige Situation. Dies geschieht vor allem bei Personenkraftwagen oder einer Wohnung, die der Firmensitz ist. Diese Arten von Unternehmensvermögen werden sowohl von natürlichen Personen, die eine Geschäftstätigkeit ausüben, als auch von Arbeitnehmern verwendet – nicht nur für Zwecke, die mit der wirtschaftlichen Tätigkeit zusammenhängen. Wie wirkt sich diese Nutzung von Eigentum außerhalb des Unternehmens auf Einkommensteuerfragen aus? Wir erklären es im folgenden Artikel!

Was sind Anlagevermögen?

Um das Thema Abschreibung des Betriebsvermögens, das auch privat genutzt wird, zu diskutieren, sollte man mit dem Anlagevermögen beginnen, genauer gesagt von deren Definition. Das PIT-Gesetz legt fest, welche Bestandteile ein Unternehmer in das Anlageregister aufnehmen kann. Gemäß Art. 22a in das Anlagenverzeichnis aufgenommen werden können:

  1. Gebäude, Gebäude und Räumlichkeiten, die sich im Eigentum befinden,

  2. Maschinen, Geräte und Transportmittel,

  3. Andere Dinge.

Das zu erfassende Anlagevermögen muss bei der Nutzungsübernahme vollständig und gebrauchsfähig sein und zusätzlich:

  • die voraussichtliche Nutzungsdauer muss mehr als 12 Monate betragen,

  • muss Eigentum oder Miteigentum des Steuerpflichtigen sein,

  • müssen selbst gekauft oder hergestellt werden,

  • muss für geschäftliche Zwecke verwendet werden.

Ein Vermögenswert, der vom Unternehmer in das Anlagevermögen aufgenommen wurde, unterliegt der Abschreibung, d. h. die mit seinem Erwerb verbundenen Kosten werden über die Zeit verteilt. Die Abschreibung wird auf den Anfangswert des Anlagevermögens berechnet.

Abschreibung gemischt genutzter Pkw

Im Anlageregister eingetragene Autos werden sehr häufig privat genutzt – sowohl vom Unternehmer als auch von Arbeitnehmern oder Auftragnehmern. Wirkt sich die private Nutzung von Unternehmensvermögen auf die Wertminderung des Vermögenswerts aus? Die Finanzbehörden vertreten in ihrer Auslegung von 2016 die Auffassung, dass sich dies nicht auf die Höhe der Abschreibung auswirkt. Wird das Auto hauptsächlich für geschäftliche Zwecke und nur gelegentlich für private Zwecke genutzt, hat der Steuerpflichtige das Recht, Kosten im Zusammenhang mit der Abnutzung des Fahrzeugs abzuziehen.

Eine solche Stellungnahme ist in der individuellen Auslegung des Direktors der Steuerkammer in Kattowitz vom 27. September 2016 (Nr. 2461-IBPB-1-1.4511.460.2016.1.WRz) enthalten:

(...) In Anbetracht des Vorstehenden ist festzuhalten, dass der Antragsteller, wenn das betreffende Auto die Definition eines Anlagevermögens (enthalten in Artikel 22a Absatz 1 des Einkommensteuergesetzes) erfüllt, dieses Auto in die Das Register des Anlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte, die Geschäftstätigkeit und die Steuerkosten können die Abschreibung vom Anfangswert enthalten, jedoch unter Berücksichtigung der in Art. 23 Sek. 1 Punkt 4 der oben genannten das Gesetz. (...) Für die Möglichkeit der Einbeziehung der oben genannten steuerlich abzugsfähigen Kosten ist es unerheblich. Abschreibungskosten, die Tatsache, dass der Antragsteller dieses Auto gelegentlich für private Zwecke nutzt, weil unter Berücksichtigung des wörtlichen Wortlauts von Art. 22a Absatz. 1 des Einkommensteuergesetzes verlangt das Gesetz nicht, dass ein bestimmter Vermögenswert nur für die Zwecke der Geschäftstätigkeit verwendet wird, als Voraussetzung für seine Aufnahme in das Anlagevermögen und für die Vornahme von Abschreibungen auf seinen ursprünglichen Wert. (...)

Beachtung!

Sie sollten sich an das geltende Limit erinnern. Gemäß dem PIT-Gesetz (Artikel 23 (1) (4)) darf bei Personenkraftwagen der Gesamtabschreibungsbetrag 20.000 EUR nicht überschreiten, umgerechnet in PLN nach dem von der Nationalbank von . bekanntgegebenen durchschnittlichen EUR-Wechselkurs Polen am Tag der Inbetriebnahme des Autos. .

Die obige Auslegung ist für den Steuerzahler sehr günstig. In der Vergangenheit waren die Finanzbehörden jedoch anderer Meinung. Sie verwiesen auf die Definition eines Anlagevermögens, nach dem es nur für geschäftliche Zwecke verwendet (oder an Dritte vermietet oder verpachtet) werden darf.

Ein solcher Satz wurde in der individuellen Auslegung des Direktors der Steuerkammer in Łódź vom 30. September 2013 (Nr.IPTPB1 / 415-472 / 13-3 / KO) ausgedrückt:
(...) Unter Berücksichtigung der vorstehenden gesetzlichen Regelungen und der Darstellung des im Antrag dargestellten Sachverhalts ist festzuhalten, dass ein Personenkraftwagen sowohl für geschäftliche als auch für private Zwecke genutzt wird und kein Anlagevermögen darstellt. Daher kann der Antragsteller Abschreibungen für das fragliche Auto nicht als steuerlich abzugsfähige Kosten berücksichtigen. (...)

Der Steuerpflichtige muss bedenken, dass in den abgegebenen Auslegungen ein Aspekt von den Finanzbehörden hervorgehoben wird. Jede Ausgabe bedarf nämlich einer individuellen Beurteilung hinsichtlich ihrer steuerlichen Abzugsfähigkeit, und es liegt in der Verantwortung des Steuerpflichtigen, den ursächlichen Zusammenhang zwischen der Nutzung des Autos und den erzielten Einnahmen nachzuweisen. Mangels einheitlicher Position sollte der Unternehmer an die Möglichkeit einer individuellen Auslegung steuerrechtlicher Vorschriften denken. Jeder, der an einer solchen Interpretation interessiert ist, muss das ORD-IN-Formular ausfüllen.

Beispiel 1.

Herr Stanisław führt ein Einzelunternehmen. Dabei handelt es sich um die Montage von Industrieanlagen. Eine gängige Situation ist die Lieferung von Geräten direkt zum Kundenstandort. Herr Stanisław bietet seine Dienste im ganzen Land an. Das von ihm gekaufte Auto gehörte zum Anlagevermögen, da es mit der Absicht erworben wurde, es für geschäftliche Zwecke zu nutzen. Das Auto ist sehr geräumig und dient Herrn Stanisław bei der Lieferung von Waren und Materialien an den Kunden. Gelegentlich wird das Fahrzeug auch privat genutzt (z.B. bei einem Umzug). Nach der Interpretation aus dem Jahr 2016 hindert diese Nutzungsart eines Autos nicht daran, dass es in das Anlageregister eingetragen und die Abschreibung berechnet wird. Es sei jedoch daran erinnert, dass jeder Fall eine individuelle Beurteilung erfordert, daher hat Herr Stanisław die Möglichkeit, einen Antrag auf individuelle Verdolmetschung über das Formular ORD-IN zu stellen.

Abschreibung von teilweise gewerblich genutzten Immobilien

Der Unternehmer kann auch Gebäude oder Räumlichkeiten in das Anlagevermögen einbeziehen. Nicht selten wird die Wohnung eines Unternehmers als Betriebsstätte aufgeführt. Bei Immobilien, die nur zum Teil gewerblich genutzt werden, sind die Regeln gesetzlich klar definiert. Die Abschreibung kann dann aus dem Anfangswert der Immobilie berechnet werden, sollte jedoch als Verhältnis der betriebswirtschaftlich genutzten Fläche zur gesamten nutzbaren Fläche berechnet werden.

Art. 22f Sek. 4 des PIT-Gesetzes:

Wird nur ein Teil der Liegenschaft, darunter ein Wohnhaus oder eine Wohnung, gewerblich genutzt oder vermietet oder verpachtet - werden Abschreibungen in Höhe des Ausgangswertes der Liegenschaft, des Gebäudes oder der Räumlichkeiten entsprechend vorgenommen das Verhältnis der für die Geschäftstätigkeit genutzten Nutzfläche, gemietet oder verpachtet, zur gesamten Nutzfläche der Immobilie, des Gebäudes oder des Betriebsgeländes.

Beispiel 2.

Herr Adam kaufte eine Wohnung, die auch als Firmensitz dient. Die Wohnung hat 40m2, und der Unternehmer hat für seine Geschäftszwecke ein Zimmer mit einer Fläche von 20m2 zugewiesen. Um den Anfangswert zu ermitteln, hat er im ersten Schritt alle Kosten addiert, die ihm im Zusammenhang mit dem Kauf entstanden sind (er erhielt einen Wert von 300.000 PLN). Dann berechnete er den prozentualen Anteil des Zimmers an der gesamten Wohnung: (20m2 / 40m2) * 100% = 50%. Daher wird die Immobilie, die Herr Adam in das Register des Anlagevermögens aufnehmen möchte, einen Anfangswert von 150.000 PLN haben. Von diesem Anfangswert werden die Abschreibungen berechnet.

Privatnutzung des Betriebsvermögens und Kostenanpassung

Gemäß Art. 23 Sek. 1 Nr. 49 PIT-Gesetz gelten nicht als steuerlich abzugsfähige Kosten: Aufwendungen, die für den Erwerb von nach und nach verbrauchenden Sachanlagen des Unternehmens anfallen, die nach gesonderten Vorschriften nicht zum Anlagevermögen gehören - wenn festgestellt wird, dass diese Bestandteile nicht für geschäftliche Zwecke verwendet werden, sondern den persönlichen Zwecken des Steuerpflichtigen, Arbeitnehmers oder anderer Personen dienen oder außerhalb des Betriebsgeländes ungerechtfertigt sind.

Wenn ein Unternehmer beschließt, einen Vermögenswert in die Kosten aufzunehmen (nicht im Anlagevermögen enthalten), sollte er daher für geschäftliche Zwecke verwendet werden. Befindet sich im Geräteinventar ein Bauteil, das von einem Unternehmer oder anderen Personen für private Zwecke verwendet wird, müssen die Kosten angepasst werden. Die Kostenanpassung ist eine Folge der Entnahme des Ausrüstungsgegenstandes aus den Aufzeichnungen.

Beispiel 3.

Frau Anna führt ein Einzelunternehmen. Sie kaufte einen Laptop im Wert von 3.600 PLN. Es sollte für einen Zeitraum von ca. 10 Monaten im Betrieb verwendet werden, daher wurde es in das Geräteregister eingetragen (wegen der Nutzungsdauer unter 1 Jahr). Nach 10 Monaten beschloss Frau Anna, den Laptop aus den Geräteunterlagen zu nehmen, da sich, wie erwartet, herausstellte, dass er nur für private Zwecke verwendet wurde. Laut Gesetz muss Frau Anna die Kosten um den Wert des Laptops anpassen.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Korrektur nicht für jedes Gerät gilt, das aus der Akte entfernt wird. Beträgt der Wert des Bestandteils weniger als 3.500 PLN, muss die Berichtigung nicht vorgenommen werden, sofern der Steuerpflichtige nachweist, dass die Kosten vernünftig und wirtschaftlich gerechtfertigt waren und die Verwendung des Bestandteils zur Erzielung von Einkommen oder Sicherheit beigetragen hat, oder die Erhaltung der Einnahmequelle. Es obliegt dem Steuerzahler nachzuweisen, dass der Kauf zu geschäftlichen und nicht zu privaten Zwecken erfolgt ist.

Einkünfte des Arbeitnehmers aus der freien Verwendung des Betriebsvermögens

Verwendet ein Arbeitnehmer ein Betriebsvermögen für private Zwecke, so erhält er unentgeltliche Zuwendungen. Eine solche Situation kann beispielsweise eintreten, wenn ein Firmentelefon für private Zwecke verwendet wird (wenn der Arbeitnehmer die Kosten für diese Anrufe nicht erstattet). Ein weiteres Beispiel ist die Nutzung eines Firmenwagens für nicht-gewerbliche Zwecke.