Arbeitsunfall und Abrechnungen mit ZUS - Teil II

Service

Bei Feststellung eines Arbeitsunfalls hat der Arbeitnehmer Anspruch auf ein Krankengeld der Unfallversicherung in Höhe von 100 %. Leider dauert der gesamte Prozess der Beurteilung eines Arbeitsunfalls ziemlich lange, und daher wird der Unfall sehr oft nach Zahlung des Arbeitsentgelts und Vorlage der Abrechnungsunterlagen bei der Sozialversicherungsanstalt anerkannt. Was sollte ein Arbeitgeber, der kein Leistungszahler ist, in einer solchen Situation tun?

Ein Arbeitsunfall - Definition

Wie im vorigen Teil des Artikels dargestellt, ist ein Arbeitsunfall ein plötzliches Ereignis, das durch eine äußere Ursache verursacht wird und zu einer Verletzung oder zum Tod im Zusammenhang mit der Arbeit führt (Artikel 3 Absatz 1 des Gesetzes vom 30. Oktober 2002 über die Sozialversicherung gegen Unfälle bei Arbeit, Arbeit und Berufskrankheiten).

Bei einem Arbeitsunfall hat der Arbeitnehmer ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit (es besteht keine Karenzzeit) Anspruch auf Krankengeld der Unfallversicherung, das 100 % der Bemessungsgrundlage des Arbeitslosengeldes beträgt. Ist der Arbeitgeber nicht Leistungszahler, wird das Krankengeld bei Arbeitsunfall von der ZUS gezahlt.

Das Krankengeld bei einem Arbeitsunfall beträgt 100 % der Bemessungsgrundlage des Arbeitslosengeldes.

Leistungszahler

Leistungszahler, d. h. der Anspruch auf Zahlung von Geldleistungen aus der Sozialversicherung bei Krankheit und Mutterschaft, kann sowohl der Arbeitgeber als auch die Sozialversicherungsanstalt sein. Wer es ist, hängt von der Beschäftigung zum 30. November des vorangegangenen Kalenderjahres ab. In den Beschäftigungsstatus werden nur Personen aufgenommen, die pflicht- oder freiwillig zur Krankenversicherung gemeldet sind.

Ob Leistungszahler ZUS oder Arbeitgeber ist, hängt vom Beschäftigungsstatus zum 30. November des Vorjahres ab.

Leistungszahler ist ZUS, wenn der Arbeitgeber am letzten Novembertag des Vorjahres nicht mehr als 20 Versicherte bei der Krankenversicherung gemeldet hat.

Ein nach Zahlung des Arbeitsentgelts bestätigter Arbeitsunfall, wenn der Leistungszahler ZUS . ist

Wird der Arbeitsunfall erst nach Zahlung des Krankengeldes anerkannt, sind folgende Schritte zu unternehmen:

  1. Gezahltes Krankengeld aus der Krankenversicherung als Krankengeld aus der Unfallversicherung qualifizieren und in die Sozialversicherungsbeiträge verrechnen;

  2. Abrechnungserklärungen korrigieren, wenn diese bereits bei ZUS eingereicht wurden;

  3. Erstatten Sie dem Arbeitnehmer den Krankenversicherungsbeitrag, der vom zuvor gezahlten Krankengeld abgezogen wurde.

Die Anpassung der zuvor gezahlten Leistung auf 100 % erfolgt durch die Sozialversicherungsanstalt, wenn diese der Leistungszahler ist.

Die Korrektur der Abrechnungsunterlagen sollte für die Monate erfolgen, in denen der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die zu Unrecht gezahlte Leistung abgerechnet hat. In diesem Fall sollte der Satz Fakturabelege bestehen aus:

  • Persönlicher Bericht von ZUS RSA - Der Bericht sollte Folgendes enthalten:

    • Versicherungskennzeichen des Arbeitnehmers (Feld 01 des Blocks III.B.),

    • Service-/Breakcode „314“ (Feld 02 des Blocks III.B.),

    • der Zeitraum, für den ZUS die Zulage gezahlt hat (Felder 03.-04. Block III.B.),

    • Anzahl der Leistungstage (Feld 05 des Blocks III.B.),

    • die Höhe der Leistung in Höhe des zuvor vom Arbeitgeber gezahlten Krankengeldes (Feld 06 des Blocks III.B.),

  • ZUS RCA Personenbericht - dieser Bericht sollte die abgerechneten ZUS-Beiträge enthalten (nur die Grundlage des Krankenversicherungsbeitrags und die Höhe dieses Beitrags ändern sich, da das Krankengeld in der Grundlage des Krankenversicherungsbeitrags enthalten ist),

  • Abrechnungserklärung ZUS DRA - die Erklärung soll die Beiträge und Leistungen für alle Versicherten unter Berücksichtigung der in den Meldungen ZUS RSA und ZUS RCA eingeführten Änderungen (Änderung der Krankenkassenprämie und Block V, Feld 03 betreffend gezahlte Leistungen) ausweisen.

Beispiel 1.

Herr Grzegorz arbeitet in einem kleinen Unternehmen mit 8 Mitarbeitern. Im Februar 2018 hatte er einen Arbeitsunfall. Der Unfall wurde erst nach Zahlung des Arbeitsentgelts am 27. Februar 2018 und Vorlage der vollständigen Abrechnungsunterlagen bei der Sozialversicherungsanstalt im März entdeckt. Daher erhielt Herr Grzegorz für die Dauer seines Krankenstandes ein Krankengeld von 80 %. Nach Anerkennung des Arbeitsunfalls erhielt er eine Entschädigung von der Sozialversicherungsanstalt (die restlichen 20%). In diesem Zusammenhang muss der Arbeitgeber die Abrechnungserklärung für Februar korrigieren. Der Satz korrigierter Abrechnungsbelege sollte bestehen aus:

  • persönliche Meldung der Sozialversicherungsanstalt (ZUS) RSA, in der der Code der Leistung / Pause mit "314" statt "331" einzutragen ist;

  • ZUS RCA Personenbericht mit abgerechneten Beiträgen (Änderung der Höhe des Krankenversicherungsbeitrags);

  • ZUS DRA Abrechnungserklärung mit Beiträgen und Leistungen für alle Mitarbeiter.