Krankmeldung in elektronischer Form ab Juli 2018

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Ab Anfang 2016 können Ärzte ein ärztliches Attest in elektronischer Form ausstellen. Leider nutzen nach Angaben des Arbeits- und Familienministeriums nur 3% der Ärzte diese Möglichkeit. Dies ist ein besorgniserregendes Phänomen, wenn man bedenkt, dass Krankenstand ab dem nächsten Jahr (mit einigen Ausnahmen) nur noch in dieser Form ausgestellt werden muss.

Änderung des Gesetzes

Im Mai dieses Jahres unterzeichnete Präsident Andrzej Duda eine Änderung des Gesetzes über Geldleistungen der Sozialversicherung bei Krankheit und Mutterschaft, die das Gültigkeitsdatum des elektronischen Krankenstands ändert. Ursprünglich sollte der elektronische Krankenstand ab dem 1. Januar 2018 gelten, dieser Termin wurde jedoch auf den 1. Juli 2018 verschoben. Dieser Termin wird höchstwahrscheinlich nicht mehr verschoben.

Warum stellen so wenige Ärzte elektronisch Krankmeldungen aus?

Die vom Präsidenten unterzeichnete Gesetzesnovelle legt nicht nur die Frist für das Ende der Papierformulare ZUS ZLA fest, sondern führt auch Änderungen ein, um Ärzten die Ausstellung von Bescheinigungen zu erleichtern. Derzeit muss ein Arzt, um ein ärztliches Attest eines Patienten in elektronischer Form auszustellen, über eine qualifizierte Signatur oder ein vertrauenswürdiges Profil auf ePUAP verfügen. Und hier kommt die Erklärung, warum ein so kleiner Prozentsatz der Ärzte den elektronischen Krankenstand nutzt. Eine qualifizierte Unterschrift ist zahlbar und die Kosten trägt der Arzt selbst. Auf der anderen Seite ist das Vertrauensprofil auf ePUAP kostenlos, aber nach Meinung von Ärzten zu zeitaufwändig, um es effizient nutzen zu können.

Was wird sich ändern?

Die Gesetzesänderung hat nicht nur die Möglichkeit der Ausstellung von L4 in Papierform oder in elektronischer Form erweitert, sondern auch einige Vereinfachungen eingeführt. Aufgrund der Ausführungen des Arbeitsministeriums und der Familie sollen die neuen Regelungen die Ausstellung von Krankmeldungen in elektronischer Form erleichtern. Die neue Methode der Krankenstandsvalidierung basiert auf der Nutzung der ZUS Electronic Services Platform (PUE). Diese Methode soll viel einfacher und weniger zeitaufwendig als die bisherige sein und vor allem kostenlos sein.

Erleichterungen für Ärzte

Das Profil auf PUE soll Daten von Versicherten bereitstellen und vorschlagen, die Daten von Ärzten sind aus dem Ärzteverzeichnis abzurufen. Dies soll die Bedienung des Systems vereinfachen.

Erleichterungen für den Arbeitgeber

Unternehmer, die ein Profil auf PUE erstellen, erhalten spätestens am nächsten Tag eine Information über die ausgestellte Krankmeldung ihres Mitarbeiters. Darüber hinaus kann der Arbeitgeber über das PUE-Profil bei der Sozialversicherungsanstalt einen Antrag auf Überprüfung der Richtigkeit der Befreiungserteilung stellen.

Wichtig!

Anhand des PUE-Profils kann der Arzt ärztliche Atteste bestätigen, dass keine Kontraindikationen für eine Erwerbstätigkeit vorliegen, sowie Anträge und Entscheidungen über die Gewährung von Krankengeld.

Wer wartet auf Reformen?

Sicher warten viele Arbeitgeber und alle Personen, die für die Lohnkalkulation im Unternehmen verantwortlich sind, auf die Änderungen, die im nächsten Jahr in Kraft treten sollen. Denn es ist üblich, dass Arbeitnehmer nach der vorgesehenen Zeit oder wenn der Krankenstand den Monatswechsel umfasst, sich krankmelden. Eine falsche Berechnung der Vergütung verursacht viel Arbeit und die Notwendigkeit, Berichtigungen von Erklärungen einzureichen. Die Verpflichtung zur elektronischen Ausnahmegenehmigung führt auch dazu, dass ZUS-Prüfungen häufiger durchgeführt werden können. Derzeit enden die kurzfristigen Entlassungen (die in Polen dominieren) bevor die Unterlagen die Sozialversicherungsanstalt erreichen.